In guter Gesellschaft

Alles Vuca oder was?

Das Global Female Leaders Summit, das vom 13. – 14. Mai 2019 in Berlin stattfand, ist zu recht einzigartig: Nirgendswo trifft man so viele weibliche Top-Managerinnen auf einem Fleck, die an zwei Tagen ausgiebig über eine Vielfalt von Themen von globaler Handelspolitik über Umweltthemen bis hin zu den klassischen Diversity-Themen diskutierten. 

Manch eine sah sich an das Gipfeltreffen ihrer männlichen Counterparts in Davos vom World Economic Forum erinnert. Klar, alles eine Nummer kleiner, dafür mit Sicherheit auch familiärer und mit einer guten Networking-Garantie. Auf Einladung von ESCADA durfte auch ich das 1. Mal dabei sein und die zweitägige Konferenz an prestigeträchtiger Stelle im Herzen von Berlin im Adlon Hotel erleben.

 

Schöne neue Arbeitswelt

Wie immer waren die Präsentationen in sogenannten Sessions / Think Tanks  stark von der Dynamik der Referentinnen abhängig, und je exotischer desto besser war mit Sicherheit die Meinung der Organisatoren. Die Präsentation von Microsoft am 2. Veranstaltungstag war dann auch gleich aufgesetzt nach dem Motto „die schöne neue Arbeitswelt“.  Eine gestandene Managerin erklärte ihrem interessierten Publikum, warum die Veränderungen der Arbeitswelten mit dem Stichwort „New Work“ der Schlüssel zum Erfolg und zu einer besseren Führungskultur seien. Neben den üblichen Verdächtigen, was Veränderung zum Besseren wirklich ausmacht, wie z.B. neue Mitarbeiter, neue Arbeitsplätze und besserer Einsatz von Technologien, verwies die Referentin, auch auf längst bekannte Werte, wie z. B. die Einführung von Vertrauensarbeitszeit und den Wegfall tradierter Performance Management Systeme als Gründe für einen Kulturwandel.  

Soweit, so gut. Im konkreten Fall von Microsoft kam m.E. ein wenig zu kurz, was diesen Wertewandel bei Microsoft maßgeblich verursacht hat. Nicht nur die Berufung des zweifelsohne charismatischen und smarten Satya Nadella als Nachfolger von Steve Ballmer hat diesen Wandel eingeleitet. Vielmehr sah sich Microsoft 2014 im Jahr der Inthronisierung des neuen CEOs vor mannigfaltigen Herausforderungen. Die Kunden wandten sich vom  High-Tech-Konzern immer mehr ab und zudem drohte schlicht ein wirtschaftlicher Tiefschlag, ausgelöst durch hohe Strafen der EU-Behörde in Höhe von insgesamt 2,16 Milliarden Euro aufgrund einer wettbewerbswidriger Geschäftspraktik des Konzerns. Wie gut, dass so jemand wie Satya kam und die Zeichen der Zeit erkannte. Er hauchte dem bis dato erfolgsverwöhnten Konzern nicht nur eine Mission ein, sondern sorgte dafür, dass der Tech-Gigant den Fokus auf die Kundenwünsche setzte.

Cloud Computing – das Maß aller Dinge

Cloud Computing ist seitdem das Maß aller Dinge und damit gelang die Wandlung des Konzerns vom Saulus zum Paulus, was ohne Druck von Außen mit Sicherheit so nicht möglich gewesen wäre. Aber natürlich kann man das vor lauter VUCA Welten in der Begeisterung mal vergessen. 

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