#Vorstandsbesetzung

Fallstricke eines Besetzungsprozesses

Das 1. Mal Vorstand? Fallstricke im Besetzungsprozess

Ein namhafter Personalberater spricht Sie auf ein Vorstandsmandat an. Sie sind begeistert und der 1. Gesprächstermin mit dem Mandanten läuft prima. Ihre Qualifikation und auch das Persönliche passt und Sie sollen im nächsten Schritt weiteren Gremienmitgliedern vorgestellt werden. Der Prozess läuft und Sie sind sich sicher, dass Sie den Vorstandsposten bekommen werden. Auch der Personalberater vermittelt Ihnen ein gutes Gefühl, spricht von Verantwortungs- und Vergütungsaufstieg. Soweit, so gut.  Was aber müssen Sie aber vor Ihrer finalen Entscheidung beachten, damit der Weg #nachoben kein steiniger ist.

  1. Geschäftsverteilungsplan: Gerade in Mittelstandsunternehmen, wo die Gründer oder Familienmitglieder im Aufsichtsrat der Gesellschaft vertreten sind, sollten Sie sich im Vorfeld Klarheit über Ihre echten Zuständigkeiten machen. Im sogenannten #Geschäftsverteilungsplan s. Muster https://www.ipobox-online.de/anhang/muster-geschaeftsordnung-vorstand regelt die Gesellschaft Verantwortlichkeiten im Gremium, gibt Auskunft über das Organigramm und dient insgesamt als gültiges Regelwerk über die interne „Grant of Authority“. Dieser sollte Ihnen unbedingt vor Vertragsabschluss vorliegen, damit im Nachhinein keine böse Überraschungen folgen. 
  2. Die Vorstandsvergütung: Ein heißdiskutiertes Thema bei dem die Emotionen nicht nur auf den Hauptversammlungen schon einmal hochkochen können. Bevor Sie in die Vertragsverhandlungen gehen, sollten Sie sich Gedanken zu den Bezugsgrößen Ihrer Vorstandsvergütung machen und nicht einfach abwarten, was Ihnen so angeboten wird. Hier ist der EBITDA der Gesellschaft entscheidend und nimmt neben dem horizontalen (Branche, Region, Größe+, etc.) sowie dem vertikalen Vergleich (Ebene) eine besondere Bedeutung ein. Bei familiengeführten Gesellschaften sind diese Bezugsgrößen von Außen aufgrund geringerer Transparenz nicht immer einsehbar, vor allem, wenn es sich um Tochtergesellschaften handelt, die komplett über die Muttergesellschaft konsolidiert werden. Mit der Einführung des Pay-for-Performance-Prinzips Mitte der 2010er Jahre beträgt das Festgehalt i.d.R. 50% der Gesamtvergütung zuzüglich der langfristigen (LTI) und kurzfristigen (STI) Komponenten (Sperrzeiten beachten) sowie diverser Versorgungsaufwendungen wie. z.B. Reisekosten, betriebliche Altersvorsorge oder die Zahlung eines Zuschusses zum Zweitwohnsitz, wenn der Dienstsitz in einem geografisch unattraktiven Standort ist. Im Zuge von #Corona brauchen beide Seiten mehr denn je Planungssicherheit, z.B. was passiert mit den STI bei Lockdown & Co?  Eine detaillierte Übersicht über die Trends in der Vorstandsvergütung finden Sie hier: https://www.pwc.de/de/aufsichtsraete/verguetungsstudie-2018.pdf
  3. D&O Versicherung: Oft reicht das bloße Erwähnen bei Vertragsverhandlungen gegenüber dem zukünftigen Vorstandsmitglied aus, dass Schadensansprüche im Falle eines Falles durch eine Directors & Officers Versicherung abgedeckt seien, dass Aspiranten für den Vorstandsjob sich beruhigt zurücklehnen ohne dass sie die vorherige Einsicht & Prüfung der Police verlangen. Das die D&O aber eine Firmenversicherung ist und die Höhe der Deckungssumme kein Garant für die mögliche Regressforderung Dritter bzw. der Gesellschaft an den  Vorstand nach Vertragsende ist, wissen die Wenigstens. Welche weiteren Irrtümer bei der Vertragsgestaltung möglich sind, sehen Sie hier: https://howdengroup.de/irrtuemer-bei-anstellungsvertraegen-fuer-vorstaende/
  4. Der Personalberater: Der Personalberater wird durch den Auftraggeber mandatiert und ist zu aller erst ihm verpflichtet. Natürlich hat der Personalberater das grundlegende Interesse für alle Seiten ein gutes und akzeptables Ergebnis zu erzielen, schließlich möchte er eine rasche und vor allem risikoarme Besetzung sicherstellen. Trotzdem wird der Personalberater dem Kandidaten nur bis zum gewissen Grad als Sparringspartner im Prozess zur Verfügung stehen und sollte es in dem Besetzungsprozess zu größeren Schwierigkeiten kommen, immer die Position seines Auftragsnehmers einnehmen. Daher gilt gerade für die Erstbesetzungen von Vorständen bzw. Geschäftsführern der Tipp sich professionell begleiten zu lassen und selber einen erfahrenen Karriereberater zu mandatieren. So begleitet der Karriereberater einen nicht nur durch die wichtigen Phasen des Besetzungsprozesses, übt und verprobt als Sparringspartner Interviews und Auditverfahren, bereitet gemeinsam die Gesprächsstrategie vor, sondern stellt einem auch sein Netzwerk zu diversen relevanten Stakeholdern: Wirtschaftsanwälten, Journalisten, Unternehmensberatern, Industrie-Insidern, etc. zur Verfügung, damit der / die zukünftige Vorstand /-in nicht sehenden Auges in die Besetzungsfalle tappt.  https://www.forum-assessment.de/images/publikationen/Artikel/Professionalitaet_bei_der_Besetzung_von_Vorstandspositionen_KTMD_VERS_9_3.pdf

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